Halbzeit, Maher-Day und dünne Luft

Hallihallo,

vor 6 Monaten bin ich nach Indien geflogen. Was das bedeutet, warum der Maher-Day so toll war und wieso hier nicht immer alles super ist lest ihr in diesem Beitrag.

6 Monate Indien jetzt also. Eingelebt habe ich mich vermutlich etwas und viele Dinge die mich vorher verwundert, überrascht oder auch mal geschockt haben nehme ich nun nicht mehr so intensiv war. Im Gegenzug schaue ich mit immer mehr entsetzten nach Deutschland. Ein Land, dass sich durch die Frage der Flüchtlingspolitik in zwei unfassbar extreme Lager aufzuteilen versucht. Nach 6 Monaten der gelebten Diversität in Indien irgendwie abstruß. Aber na gut.
Ein Resümee zu den ersten 6 Monaten verkneife ich mir aber erstmal noch. Nächste Woche ist unser Zwischenseminar. Aus dem werde ich vielleicht etwas schlauer rausgehen. Dann gibt es eine ausführliche Zusammenfassung meiner ersten Hälfte weltwärts in Indien.

Diese Woche Samstag, am 6. Februar 2016 ist Maher 19 Jahre alt geworden. Mit dem alljährlichen Maher-Day wurde der Geburtstag auch dieses Jahr gebührend gefeiert. Geimeinsam haben wir uns die wunderbare Dokumentation „Sister Heart – The story of an Indian Nun“ angesehen, die ich Euch allen ganz doll empfehlen möchte. Für nur 11€ könnt ihr sie auf Vimeo kaufen und das Geld geht direkt an Maher.

Hier der Trailer

Auch ganz kurz in Eigenwerbung 😉 
Die neue Webseite von Maher ist fertig. Schaut mal vorbei und lasst gerne Kritik und Verbesserungsvorschläge in den Kommentaren da. maherashram.org

Warum nicht immer alles so toll ist :/
Die Luft in Pune ist dünn und sie wird immer dünner. Mit einem Wert von rund 200-250 im AQI (Air Quality Index) wird die Luft von der WHO als stark Gesundheitsgefährdend angesehen.  Und wir merken die Auswirkungen. Halsschmerzen jeden Morgen und jeden Abend. Dauerhaft verstopfte Nase. Reizhusten. Alles unschön. Doch dagegen müsste sich ja etwas machen lassen.
Von dem indischen Ministerium für Earth Science wird die Luftverschmutzung jedoch runtergespielt. So behauptet die eigens Entwickelte App „SAFAR“ eine Verschmutzung von 180-220 sei noch Moderat. Die Seite aqicn.org findet da auf Grundlage der offiziellen Richtlinien bessere Worte.

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Und solange wie der Müll in Pune auf der Straße einfach verbrannt wird und es praktisch keine Schadstoffkontrollen an LKWs und vorallem Rickshaws gibt, wird die Luft immer, immer dünner.

Doch was nun? Vanessa und ich haben uns Anti-Pollution Masken bestellt, die wir beim Rollerfahren tragen werden. So sind atmen wir zu mindestens im Verkehr nicht den ganzen Mist ein.

Versteht mich bitte nicht falsch. Ich mag Indien und finde Pune eine unfassbar schöne, lebendige und vielseitige Stadt. Doch so vielseitig wie Pune ist auch der Umgang mit der eigenen Umwelt. So, ich musste mir hier einfach mal „Luft“machen 🙂

Grüße nach Deutschland,
Justus